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Arzneimittelversorgung künftig übers Internet ?
Die skrupellosen Geschäftemacher
    
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    Gefälschte Medikamente
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    Bezahlung per Internet

Gibt es auch weiße 
Schäfchen ?

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Und nun Klartext !
  
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     Billiger als die Apotheke?
     Sind wir lernfähig?
     

Wird der Arzneibezug übers Internet künftig sogar vorgeschrieben ?
    
Die Konsequenzen
     Billig um jeden Preis?
     Versand  kontrollierbar?
     Europa der minimalen 
     Verbraucherrechte ?

Mittelweg in Sicht ?

     Gemeinsamer Internet-
     auftritt der Apotheken ?
    


 

 


Haie im Gesundheitsteich ?


Seit Januar 2004  ist nun auch der Arzneimittelversand per Internet gesetzlich erlaubt. Ob die Politik damit den Patienten damit einen Dienst erwiesen hat wird die Zukunft zeigen.   
Denn Arzneimittel sind nicht mit Konsumgütern des täglichen Lebens zu vergleichen.
Hier greift auch nicht das Argument des so genannten "mündigen Bürgers", der seine Entscheidungen selbst treffen kann, da er in aller Regel nicht über die Kenntnisse verfügt um die bisweilen gesundheitsgefährdenden Versprechungen der Internet-Werbung zu überprüfen. 
Bei unkontrolliertem Arzneimittelversand übers Internet geht es um die Gesundheit der Verbraucher und um die Frage, was uns deren Schutz künftig noch wert ist. Und einheitliche, kontrollierbare Sicherheitsanforderungen für ausländische Versender ist uns die Politik bis heute weitgehend schuldig geblieben.
 
Sie werden sich also nun entscheiden müssen, welchen Weg sie in der Arzneimittelversorgung künftig gehen wollen. Werden Sie die bewährte, sichere  und zum Schutze der Patienten in vielen Jahren perfektionierte Arzneimittelversorgung über Ihre persönliche Apotheke vor Ort zugunsten einer risikoreichen, meist nur vermeintlichen Preisersparnis per Internetbestellung aufgeben?

Da der Patient - als letzter in der Versorgungskette- kaum irgendwo vernünftige Informationen über dieses Thema erhält und wie üblich auch nicht zu diesem Thema befragt wurde,  wollen wir uns wegen der großen Bedeutung  für die weitere Entwicklung unserer Arzneimittelversorgung, etwas ausführlicher mit der Problematik befassen.

Machen wir uns die Mühe und betrachten wir uns den gegenwärtigen Zustand unserer Arzneimittelversorgung und die möglichen Folgen, falls  Politik und Krankenkassen diesen Irrweg weitergehen sollten und Ihnen künftig den Internetbezug bestimmter Medikamente sogar vorschreiben sollten :

Bei den Versendern gilt es zunächst zwei Gruppen zu unterscheiden:

1.)  Die skrupellosen Geschäftemacher

Dieser Gruppe von Versendern geht es nur darum Kohle zu machen. Selbst die minimalsten gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Verbraucher werden nicht eingehalten.

So brachten vom AOK- Mitgliedermagazin `Bleib gesund` durchgeführte Internet-Medikamentenbestellungen erstaunliche Ergebnisse zu Tage:

Bestellt wurden sechs Medikamente :
Proscar    (Haarausfall) , 
Retin- A   ( Akne ) , 
Zomig      (Migräne), 
Prozac     ( Depressionen), 
Zyban      (Rauchen), 
DHEA (vermeintliches Wundermittel gegen das Altern) .

Wie schnell wurde geliefert ?

Erst nach Eingang der Bezahlung wurden die Medikamente aus den Staaten geliefert.


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Wie hielt man es mit der Beratung ?

Informationen zur gefährlichen Nebenwirkungen ( Beispiel Proscar : Potenzprobleme , Missbildungen an Embryonen - wenn schwangere Frauen mit dem Wirkstoff in Berührung kommen ) gab es nicht !

Hinweise zu Unverträglichkeiten mit anderen Arzneimitteln gab es nicht !

Fragen nach bestehenden Vorerkrankungen, usw., gab es nicht.

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Wie hielt man es mit der Rezeptpflicht ?

Arzneimittel sind keine Gummibärchen ! Selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch können Arzneimittel unerwünschte Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten mit anderen Arzneimitteln (oder auch Lebensmitteln) und auch Kontraindikationen haben (Vorerkrankungen bei denen diese Medikamente nicht eingenommen werden dürfen).
Stark wirksame und neue Medikamente werden daher der Rezeptpflicht unterstellt, da sie nur unter der Kontrolle eines Arztes anzuwenden sind. Dies ist keine Schikane des Gesetzgebers, sondern eine Vorschrift zum Schutze des Patienten.

Bei der Internetbestellung wurde gar nicht erst nach einem Rezept gefragt. Wen kümmert es, wenn sie nach der Einnahme krank werden ?! Hauptsache der Versender hat Ihr Geld !

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Arzneimittelqualität :

Rund die Hälfte der DHEA Tabletten war zerbrochen, aus einem Loch im Tütchen rieselte weißes Pulver. Ein anderer Versender hatte die Arzneien mit Klebefilm auf ein Blatt Schreibmaschinenpapier geklebt und das Ganze in eine Zeitung eingewickelt.

Ein Medikament fehlte und wurde erst nach 2 Wochen nachgeliefert , um den Zoll zu umgehen als `gift` ( Geschenk) deklariert.

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Aber wenigstens sind die Medikamente viel billiger als in meiner Apotheke, oder ?

Häufig wird übers Internet bestellt, da Arzneimittel (wie viele andere Waren auch ) im Ausland häufig billiger sind als in Deutschland.
Doch zur großen Überraschung der AOK-Tester, auch hier Fehlanzeige !

Proscar : 82 % teurer als in deutschen Apotheken
Zomig : 195 % teurer
Prozac : 238 % teurer
Retin -A : 480 % teurer

Also  a l l e   zum Testzeitpunkt auch in Deutschland erhältlichen Präparate waren teurer als in unseren Apotheken !

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Andere Testbestellungen übers Internet haben weitere, gefährliche Risiken aufgezeigt :

a)  Werbung für völlig unsinnige, nicht vorhandene Wirkungen.
Wundermittel für die ewige Jugend, zur problemlosen Beseitigung überflüssiger Pfunde, zur Potenzsteigerung, zur Intelligenzverbesserung und für viele andere Alltagsprobleme werden im Internet angeboten und nicht immer sind die enthaltenen Wirkstoff harmlos:

Psychopharmaka werden als Intelligenzverbesserer angeboten.

Hochwirksame Herzmittel - die für gesunde Patienten tödlich sein können -werden zur Stärkung des Selbstbewusstseins angeboten.

Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit  gegen als Potenzmitteln über die virtuelle Theke !

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b) Fehlende Originalverpackung , kein Beipackzettel mit den vorgeschriebenen Informationen

Arzneimittel ohne Umkarton, ohne oder mit fremdsprachigem Beipackzettel, abgefüllt in Tütchen oder in andere dubiose Behältnisse werden ausgeliefert.

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c) Abgelaufenes Verfallsdatum

Auch Arzneimittel mit abgelaufenem oder überklebtem Verfallsdatum wurden geliefert

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d) Arzneimittelfälschungen.

10 % der weltweit gehandelten Arzneimittel sind mittlerweile gefälscht ! Kriminelle Vereinigungen haben einen neuen lukrativen Markt entdeckt. 
Dieser Markt ist lukrativer und gefahrloser als der Drogenhandel:
Die Verbrauchen können minderwertige Qualität und Fälschungen nicht erkennen, die gefälschten Medikamente können dank Internethandel problemlos in den Versorgungsweg eingeschleust werden und wer weiß schon, ob ein Patient an einem gefälschten / wirkungslosen Arzneimittel oder an seiner Krankheit gestorben ist.
"Das Netz wird zum wichtigsten Markt für Fälscher", warnt der Chef der Vereinigung zur Bekämpfung der Produktpiraterie. Arzneimittelfälschungen umfassen mittlerweile viele Anwendungsgebiete: Lifestyle, Antibabypillen, Röntgenkontrastmitteln, Anabolika, Teststreifen, und, und . . .

Die strengen Arzneimittelkontrollen des deutschen Marktes greifen bei ausländischen Versendern nicht. Sie sind nicht an deutsches Recht gebunden ! 
`Bestenfalls` enthalten die Tabletten gar keinen Wirkstoff, schlimmstenfalls sind andere, gefährlich wirkende Stoffe enthalten.
Fälscher bekennen offen ihre Probleme qualitativ hochwertige Ausgangssubstanzen zu erhalten. 

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e) Internet - ein rechtsfreier Raum. Wer haftet bei Gesundheitsschäden ?

Im Falle einer Gesundheitsschädigung durch aus dem Ausland bezogene Medikamente können Sie meist keine Schadensersatzansprüche geltend machen ! 

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f) Sichere Bezahlung im Internet ?

Rezepte werden von vielen ausländischen Versendern  nicht als Bezahlung angenommen. Apotheken rechnen Ihr Rezept direkt mit Ihrer Krankenkasse ab, dubiose Versender, hier zählt meist nur Barzahlung !
In der Regel bekommen Sie Ihre Bestellung erst, wenn Sie bezahlt haben. Aber selbst erfahrene Computerfreaks würden niemals ihre Kreditkartennummer per web bekannt geben.
Bisweilen wird behauptet, dass Sie die Kosten für Ihre Bestellung nachträglich mit Ihrer Krankenkasse abrechnen können. Hauptsache Sie bezahlen erst mal !

Über diese Art von Versendern müssen wir uns nicht länger unterhalten.
Wenn Sie nach all den aufgezeigten Risiken immer noch Lust haben ´ Russisches Roulett ` zu spielen und Ihre Medikamente per Internet bei dubiosen Versendern zu bestellen, . . . . dann viel Spaß, 
und bleiben Sie gesund !

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2.) Gibt es auch weiße Schäfchen unter den Arzneimittel-Versendern ?

Natürlich, aber wie erkennen Sie die ?

a) Rezeptpflichtige Medikamente werden erst nach Einsendung des Rezeptes versandt
Kommentar:

Versendern die per Fax übermittelte Rezepte als Legitimation akzeptieren, sollten Sie nicht vertrauen. 
Rezeptfälschungen oder exzellente Fotokopien in einer öffentlichen Apotheke vorzulegen, ist nahezu unmöglich, da sowohl die Schriften der Ärzte, als auch die Patienten in den allermeisten Fällen bekannt sind.
Indiskutabel sind auch Firmen, die nach "Online-Consultation" eines "Cyberdocs"  (gegen harte Dollar) das benötigte "Pseudo"-Rezept ausstellen !


b) Die Qualität der Arzneimittel entspricht zumindest dem Standard der jeweiligen Herstellerländer.
Kommentar:
Das deutsche Arzneimittelrecht ist eines der schärfsten der Welt, und dies ist im  Interesse des Patientenschutzes auch gut so. Leider ist auch hier - wie bei anderen europäischen Gesetzen - zu vermuten, dass man sich im Sinne eines freien Warenverkehrs
auf einen geringst möglichen  EU-Sicherheitsstandard einigen wird.
Welche "Segnungen"  uns der "freie" Warenverkehr mit minimalstem Verbraucherschutz bescheren kann, durften wir mit BSE, MKS, Futtermittelskandalen, etc.  erfahren. 

c) Man bemüht sich KOSTENLOSE Informationsmöglichkeiten anzubieten.
Kommentar:
Eine Beratung per Internet oder Telefon wird niemals die persönliche Beratung vor Ort ersetzen können. Zudem kann eine qualifizierte, individuelle Beratung auf Dauer nicht kostenlos angeboten werden. (Das bietet Ihnen nur Ihre Apotheke) 
Bereits heute gibt es genügend kostenpflichtige Gesundheitsberatung im Internet, analog zu den bekannten gebührenpflichtigen Telefonnummern aus der nächtlichen Fernsehwerbung: " Nur 1,80 /min , Ruf mich an . . ." !

Warum sollten Sie diese kostenpflichtige Beratung nutzen, wenn die Apotheke nebenan diese Leistung kostenlos und mit dem nötigen individuellen "Background" anbietet ? 

d) Ausländischen Medikamenten ist ein deutschsprachiger  "Beipackzettel"  beigefügt.
Kommentar : 
Die "Rote Liste" ist ein Buch mit Fachinformationen, die ausschließlich für Fachkreise (Ärzte, Apotheker,...) bestimmt ist. Einen ausländischen Beipackzettel gegen einen fotokopierten Auszug aus der "Roten Liste" auszutauschen ist weder rechtlich zulässig, noch für den Kunden als Information verständlich.
Oft sind die Informationen sind bei Weitem nicht ausreichend, auf Reklamationen wird nicht oder nur mit Vertröstungen geantwortet.

Diese Versender müssen notgedrungen den Aufwand für Information, Verpackung, Versand, Rezeptkontrolle, usw.  in einem wirtschaftlich vertretbarem Rahmen halten, denn schließlich schmälert jeder zusätzliche Aufwand für den Patientenschutz ihren möglichen Gewinn.

e) Suchen sie sich eine deutsche Versandapotheke aus, die der deutschen Gerichtsbarkeit unterworfen ist 
Art.3 der EG Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr, das sogenannte "Herkunftslandprinzip".

Nach dieser Richtlinie muss sich ein Anbieter grenzüberschreitender Online-Dienste innerhalb der EG nur an das an seinem Geschäftssitz geltende nationale Recht halten, nicht jedoch an das der Empfängerstaaten.
Je nachdem welche Bestimmungen gerade lukrativer sind, berufen sich viele Auslandsversender mal auf auf deutsches Recht und mal auf fehlende Vorschriften im Ausland.

f) Suchen Sie auf der Homepage des Versenders nach den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben. Wie heißt die Firma ? Wer ist verantwortlich ? Und vieles mehr ! Wer hier keine Angaben macht, hat vielleicht etwas zu verbergen ! 

g) Vergleichen Sie die Preise und berücksichtigen Sie auch :
- die Versandkosten
- umständlicher, zeitaufwändiger Online-Bestellvorgang
- Die Portokosten für die Einsendung Ihres Rezeptes
- Kosten für eine Kopie Ihres Originalrezeptes
- den Weg zum Briefkasten
- Kosten für die Telefonische Beratung ( Hotline )
- Wartezeit bis zur Lieferung
- Sie müssen zu Hause sein, wenn die Lieferung kommt
- ggf. Weg zum Postamt, um Ihr Medikament - nach vergeblichem Zustellversuch- dort abzuholen
- Bei Problem, Nervenaufreibender Schriftwechsel, Einpacken und wieder zum Postamt 

Viel Spass
In der verbrauchten Zeit hätten Sie sich das Medikament in der Apotheke längst besorgt, oder man hätte es Ihnen an Krankenbett geliefert !  
   


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Und  was meinen die Verbraucherverbände ?

Da bei einer Onlinebestellung im Ausland ungeklärt ist, welches Recht gilt und vor welchem Gericht ein geschädigter Patient klagen könnte, fordert die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) , dass den Kunden zumindest das Recht eingeräumt werden muss,  in ihrem Heimatland klagen zu können. In Streitfällen hätten die Bürger ansonsten kaum Chancen ihre Rechte durchzusetzen.
Nach Information der AgV will der Rechtsausschuss des EU-Parlaments genau dies jedoch nicht zulassen! 
Der Rechtsausschuss möchte es den Internetversendern erlauben, den Verbrauchern das Klagerecht in ihrem Heimatland zu entziehen, sofern der Versender ein außergerichtliches Streitschlichtungsverfahren anbietet !

Ein Online-Anbieter in der EU, kann jetzt schon im Kleingedruckten bestimmen, dass nicht das Recht eines EU-Staates Anwendung finden soll, sondern beispielsweise das einer der Kanalinseln oder das von Monaco, die nicht zur EU gehören !
Die Politik ist gefordert endlich einen länderübergreifenden  detaillierten Forderungskatalog im Sinne eines sicheren Arzneimittelversandes per Internet zu vereinbaren. Politiker aller Länder reden zwar gern von Qualität und Arzneimittelsicherheit, aber sich wenigstens auf einen Minimalschutz der Patienten zu einigen ist offenbar nicht möglich.

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Wieso sind Arzneimittel im Ausland häufig billiger ? 

Viele europäische Länder setzen ihre Arzneimittelpreise per Gesetz fest. Zudem gibt es in Europa unterschiedliche Mehrwertsteuersätze auf Medikamente. 
Und : Fast nirgendwo bedient sich der Staat über die Mehrwertsteuer so ungeniert bei den Arzneimittelpreisen wie in Deutschland !
Ein "Rein-Gewinn" von 16 % - ohne einen Finger krumm zu machen - davon kann jeder Leistungserbringer im Gesundheitswesen nur träumen !  

In den meisten europäischen Länder gibt es keine Mehrwertsteuer auf Arzneimittel, oder sie ist wesentlich geringer als bei uns.
All dies führt zu unterschiedlich festgelegten, "künstlichen" Arzneimittelpreisen in Europa, die von den jeweiligen Ländern der Wirtschaftskraft, dem Lohniveau und dem sozialen Gefüge gesetzlich angepasst wurden.
Nur dieses künstlich geschaffene unterschiedliche Arzneimittelpreissystem in den einzelnen EU-Mitgliedsländer ermöglicht es, den ausländischen Versendern mit unterschiedlichen Arzneimittelpreisen Geschäfte zu machen.

Aber es gibt auch den umgekehrten Fall : 
Bei Arzneimitteln, die in Deutschland billiger sind, erleben wir zur Zeit selbst die Auswirkungen dieser "Geschäfte"
Exporteure kaufen bei bestimmten deutschen Arzneimitteln den Markt leer,  um sie gewinnbringend ins Ausland zu verkaufen.
Diese Medikamente sind daher in Deutschland manchmal wochenlang nicht mehr zu bekommen, die öffentlichen Apotheken erhalten keine Lieferungen mehr. 
Leidtragende sind die deutschen Patienten, die auf diese Medikamente angewiesen sind. 

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Wenn unsere Krankenkassen zunehmend Billigarzneien von ausländischen Versendern beziehen,  was würde die Zukunft bringen ?

Auch die Apotheken sind - zumindest rein wirtschaftlich gesehen- keine Zauberer! 
Das große Sortiment der nicht kostendeckenden Medikamente, inklusive kostenloser Beratung, inklusive kostenloser Nachtdienst, inklusive kostenloser Zustellung in dringenden Fällen, inklusive kostenloser Arzneimittelprüfung, inklusive kostenloser Besorgung, und, und, und ..., all das werden die Apotheken Ihnen ( und Ihrer Krankenkasse ) in Zukunft auch nicht mehr für Gotteslohn anbieten können, wenn die ( immer weniger werdenden ) kostendeckenden Medikamente künftig per Internet besorgt werden !
Wenn die wohnortnahe Apotheke nur noch als "Lückenbüßer" für akute Erkrankungen und niedrigpreisige Arzneimittel dienen soll, dann werden mehr und mehr öffentliche Apotheken schließen müssen. Eine schnelle und wohnortnahe Versorgung gibt es dann an vielen Orten nicht mehr ! Vor allem die wohnortnahe Versorgung auf dem Land wird dann nicht mehr existieren !

Wenn man unsere Patienten zunehmend mit Arzneimitteln versorgt die im Ausland mit billigen Arbeitskräften hergestellt werden, dann werden zunehmend einheimische Arbeitsplätze vernichtet !

Arztbehandlungen, Zahnersatz, Arzneimittel , Kuren , etc., künftig alles aus Billiglohnländern ? 
Mehr und mehr deutsche Firmen werden auswandern, da sie in diesem Wettbewerb nur bestehen können, wenn sie ebenfalls in Billiglohnländern produzieren. Das diese Vernichtung einheimischer Arbeitsplätze von einheimischen Krankenkassen zunehmend gefordert und von der Politik gefördert, ja sogar gesetzlich verlangt wird, ist ein gefährlicher Irrweg. 
Vielleicht sollten wir uns künftig auch von "billigen" ausländischen Politikern regieren und bei billigen ausländischen Krankenkassen versichern lassen ?

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d) Beratung und Information

Beratung kostet Geld, und die Beratung eines Akademikers, der viel Zeit und Geld in sein Studium und die Geschäftsausstattung investiert hat, ist normalerweise nicht kostenlos - sie kann es gar nicht sein ! 
Oder wurden Sie von Ihrem Arzt, Ihrem Architekten, oder Ihrem Rechtsanwalt verlangen Sie kostenlos zu beraten ? 
Auch die kostenlose - und als selbstverständlich empfundene Beratung - Ihres Apothekers / Ihrer Apothekerin, die hierfür erforderlichen Informationssysteme, Fachliteratur, EDV-Systeme, Fortbildungen, usw., kostet ( die Apotheken )  natürlich Geld.
Auch diese Kosten müssen vom Ertrag aus der Arzneimittelabgabe gedeckt werden.

Und der ausschließlich profitorientierte  Versender ? 
E-business ist ein knallhartes Geschäft, hier zählt nur der Gewinn. Der hierfür erforderliche Aufwand muss -rein wirtschaftlich - auf ein Minimum reduziert werden.

Selbst wenn sich wenige, "seriöse" Anbieter den Luxus leisten, qualifizierte Fachkräfte für die Telefonberatung einzustellen, letztendlich gibt Ihnen Ihr Arzneimittel der Postbote. 
Und was ist, wenn Sie beim Empfang Ihres Medikaments noch eine Frage zur Anwendung haben ?  
Der Paketbote Ihres Internetversenders kennt weder Sie, noch Ihre Krankheiten, noch Ihre Unverträglichkeiten, noch die anderen Arzneimittel, die Sie zur Zeit nehmen oder schon genommen haben.

Haben Sie schon mal Konsumgüter übers Internet bestellt und leidvoll feststellen müssen, wie die "qualifizierte", vollmundig angepriesene Fachberatung, die "kulante" Reklamationsabwicklung, die "einfache" Bezahlung und die "superschnelle" Lieferung in der Praxis meist aussehen ? 

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e) Arzneimittelversorgung  rund um die Uhr ?

Der Apothekennotdienst kostet eine Menge Geld : 
Personalkosten, Dienstplanorganisation, Dienstpläne, Inserate, Telekommunikationseinrichtungen, Sonder-Bevorratung, Strom, Unterkunft, Verpflegung, Fahrtkostenerstattung, Telefonate, Zustellkosten.

Vor jedem Dienst müssen die Arzneimittelvorräte überprüft und nach Möglichkeit an die Verordnung ortsfremder Ärzte angepasst werden. Werden die neu bestellten Arzneimittel dann doch nicht benötigt, dann werden diese mit Erreichen des Verfalldatums vernichtet. Die Kosten trägt die Apotheke selbst. 
Für einen 24 Std Notdienst müsste eine Apotheke Kosten von ca. 500 Euro kalkulieren.
Kein Apothekennotdienst ist auch nur annähernd kostendeckend !
2,50 Euro "Notdienstgebühr" , wenn´s hoch kommt 5 bis 10 x an einem Wochenende ! Macht 52 Cent Stundenlohn ! Würden Sie dafür 48 Stunden arbeiten ? Und am nächsten Morgen ohne Pause den normalen Tagesdienst versehen ? 
Wir machen es, und wir machen es aus Überzeugung, weil die Patienten auf unsere Hilfe angewiesen sind ! 


Und was bietet der weit entfernte Internetversender ?

Sie können jederzeit "Rund um die Uhr online bestellen" ! 
Sicher, bestellen können Sie auch Nachts um drei Uhr , die EDV ist geduldig und speichert Ihre Bestellung solange, bis das Versandpersonal ausgeschlafen hat und Ihre Bestellung bearbeitet.

Aber was tun Sie, wenn Sie Ihr Medikament gleich brauchen?
Ja, dann wecken Sie wie bisher Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin - scheinen zumindest einige Krankenkassen und Politiker zu meinen !
Dauermedikamente aus dem Ausland per Internet, dringend benötigte Arznei und Notdienstversorgung durch die Apotheke vor Ort ? Wenn diese Entwicklung anhält, dann wird es bald keinen Notdienst in Ihrer Nähe mehr geben !  


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f) Die Apotheke - ein "kaufmännischer" Betrieb mit wirtschaftlichen Fußfesseln ! 

Der Apotheker / die Apothekerin ist natürlich auch Kaufmann im wirtschaftlichen Sinne, aber leider nur insofern, als er sich selbst darum kümmern muss, wie er wirtschaftlich über die Runden kommt. 

In ihrem "Marketing" unterliegt die Apotheke einer Reihe von wirtschaftlichen, gesetzlichen "Fußfesseln", die für jeden anderen Kaufmannsbetrieb absolut undenkbar wären : 
- Sortiment und Lagerhaltung  weitgehend vorgeschrieben !
- Personal weitgehend vorgeschrieben !
- Geschäftsausstattung, Labor, EDV, Software ,etc., weitgehend vorgeschrieben !
- Präsentation der Waren (Arzneimittel) vorgeschrieben, Kundenzugriff auf Arzneimittel verboten !
- Aufwändige und teure Qualitätskontrollen vorgeschrieben
- Öffnungszeiten weitgehend vorgeschrieben !
- Werbung verboten !
- viele verlustbringende Dienstleistungen vertraglich oder gesetzlich vorgeschrieben !
- Preise weitgehend vorgeschrieben ! 
- Die Kasse zahlt immer nur das verordnete oder eines der drei billigsten Arzneimittel
- Abgabe (-verpflichtung ) zu Festpreisen, die oft unter unseren Einkaufspreisen liegen !
- Preisaktionen, Abverkäufe, Kundenrabatte - weitgehend verboten !
- Einkaufsvorteile müssen weitergegeben werden !
- egal, ob ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel 10 oder 10000 Euro kostet, der Ertrag der Apotheke beträgt 6,34 Euro !

Mit all diesen kaufmännischen Fußfesseln soll die öffentliche Apotheke in einen Wettbewerb mit ausländischen Versendern treten ? Deutsche Behörden dürfen nicht kontrollieren, ob ein ausländischer Versender nur mit einer Lagerhalle und billigen, ungelernten Arbeitskräften arbeitet ! Er ist nicht an deutsche Gesetze gebunden !  
Wettbewerb gern, kein Problem ! 
Aber bitte - liebe Politik - zu gleichen Bedingungen !



Kontrahierungszwang:
Die Apotheke ist rechtlich verpflichtet jedes Rezept unverzüglich, so schnell wie möglich, zu beliefern 
 Es ist nicht erlaubt, Rezepte abzulehnen, weil mit der Belieferung nur Arbeit, aber kein Verdienst verbunden wäre.
Was für Internetversender selbstverständlich ist, nämlich sich die lukrativen Rezepte rauszusuchen ("Rosinenpickerei") und den Rest abzulehnen, ist den öffentlichen Apotheken ( zu Recht ) nicht erlaubt. 
Auch diese Regelung dient dem Schutz des kranken Patienten und ist durchaus erhaltenswert!

Wäre eine völlige Preisfreigabe bei allen Arzneimitteln immer  positiv ? 

Eine Freigabe der Arzneimittelpreise, rein nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage, hätte unabsehbare Folgen für die Patienten.
Oder möchten Sie sich künftig folgendes Szenario vorstellen:
In Zeiten von Grippeepidemien würden die Preise von Grippemedikamenten enorm ansteigen, weil die Nachfrage sehr hoch und das Angebot knapp wäre.

Möchten Sie im Notdienst den Preis für Ihr dringend benötigtes Medikament mit der Apotheke aushandeln, weil die Apotheke zu dieser Zeit der einzig mögliche Lieferant wäre und Ihre Notlage schamlos ausnutzen könnte ?!

Möchten Sie im Falle eines Unfalles in einem Kernkraftwerk - was hoffentlich nie mehr passiert- in der Apotheke die Auskunft erhalten, dass die dringend benötigten Jodidtabletten zum Schutze Ihrer Familie leider ausverkauft sind, aber wenn Sie ein paar Scheine extra auf die Ladentheke legen . . . , vielleicht würde sich doch noch die eine oder andere Packung finden lassen ?! 

All dies darf auch in Zukunft nicht sein, denn es geht um Ihre Gesundheit und nicht um skrupellose Geschäftemacherei und dies ist auch gut so !

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g ) sofortiger Zustellservice in dringenden Fällen ( Home-Service ) 

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, sich Ihr dringend benötigtes Medikament in der Apotheke abzuholen oder abholen zu lassen, so wird Ihnen jede Apotheke Ihre Medikamente zustellen.  

Ihre Apotheke spricht nötigenfalls auch mit Ihrem Arzt und kümmert sich um die Besorgung eines eventuell benötigten Rezeptes. 
Und das alles kostenlos - für Sie und für Ihre Krankenkasse -, auch wenn Ihr Medikament nur € 1,30 kostet und es sich rein finanziell um ein betriebswirtschaftlich unsinniges "Verlustgeschäft" handelt !

Und der Internetversender ?

Der startet vermutlich sofort seinen Privatjet und bringt Ihnen Ihr Medikament, .... oder vielleicht doch nicht ?

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h) Besorgung nicht vorrätiger Medikamente in einmalig kurzer Zeit

Pharmazeutische Hersteller, Großhandel und Apotheken haben in konstruktiver Zusammenarbeit und unter enormen Kosten ein Liefersystem aufgebaut, welches im Handel - pardon, im B2C-Buisiness- wohl immer noch einmalig ist.
 Aufgrund der immer schneller wechselnden Verordnungen- durch den Zwang nach Möglichkeit stets dass momentan billigste Präparat verordnen- passiert es leider immer häufiger, dass Ihre Apotheke ein verordnetes Medikament nicht sofort aushändigen kann.
Dennoch kann jede Apotheke - an jedem Ort in Deutschland- innerhalb weniger Stunden Ihr Medikament besorgen, falls es nicht vorrätig sein sollte.
Diese Schnelligkeit verursacht enorme Logistikanstrengungen, immense Lagerhaltungskosten und äußerst effiziente Computer- und Verteilsysteme.
Ihre Apotheke hat schon mit Lochkarten-Bestellsystemen - den Computervorläufern- und chipgesteuerten telefonischen Bestellsystemen gearbeitet, da dachte noch kein Mensch an Internet und E-commerce!

Und was bietet Ihnen die "superschnelle"  Bestellung übers Internet ?

Wie lange dauert es wohl bis Ihr Rezept beim ausländischen Versender ist ?
( Haben Sie es schon mal geschafft, dass Ihre Urlaubsbriefe schneller zuhause ankommen, als Sie selbst ? ) 

Wenn alles gut läuft : 
- 2 Tage bis Ihr Rezept beim Versender ist
- 2 Tage bis Ihr Medikament versandfertig ist 
- 2 Tage bis es bei Ihnen ankommt 

Und das auch nur, wenn die Bestellung, der Rezeptversand, der Arzneiversand, die Bezahlung und die Anlieferung optimal laufen ! Bisweilen erhalten Sie aber auch  nach vier Wochen die Mitteilung, dass Ihr Medikament nicht geliefert wird ! 

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i) Abklärung unklarer Verordnungen

Trotz aller Sorgfalt ist es in jeder Apotheke Routine mehrmals täglich mit den verordnenden Ärzten Rücksprache zu nehmen, um unklare Verordnungen abzuklären:
Fehlende Stärkeangaben, unklare Mengenangaben, ähnlich klingende Medikamentennamen, Vertriebseinstellungen oder Rückruf  mancher Medikamente wegen plötzlich bekannt gewordener Nebenwirkungen, neue Packungsgrößen, Unverträglichkeiten mit Arzneimitteln die Sie von einem anderen Arzt bekommen oder selbst gekauft haben, und bisweilen auch Namensverwechslungen, all das das muss Ihre Apotheke als letzte Schutz- und Kontrollinstanz vor der Abgabe des verordneten Medikamentes erkennen und ggf. mit Ihrem Arzt  telefonisch abklären !  
Wenn auch nur die geringste Unklarheit besteht, dann darf das Medikament nicht abgegeben werden !

Und der Internetversender ?

Er wird keine teuren Ferngespräche mit Ihrem Arzt führen, die ihm keine Kasse bezahlt !
Er kennt weder Sie, noch die Medikamente die Sie einnehmen, noch Ihre Vorerkrankungen ( außer Sie haben umfangreiche Fragebögen ausgefüllt und Ihre Daten jemandem anvertraut, den Sie gar nicht kennen ). Er kann (im Idealfall) lediglich mittels seiner Computer prüfen, ob sich die drei Medikamente vertragen, die gerade zusammen auf einem Rezept verordnet sind - falls seine Computer nicht gerade anderweitig beschäftigt sind !
Er weiß nicht, dass die Frau Meier für die das starke Herzmedikament verordnet wurde, eigentlich eine andere Frau Meier ist, oder dass Sie gestern in Ihrer Apotheke ein Johanniskrautpräparat gekauft haben, welches die Wirkung Ihrer Antibabypille - die Sie jetzt per Internet bestellen- vermindern kann! 
Er wird Ihnen immer das verordnete Medikament schicken und Sie werden es schlucken, da Sie der Meinung sind , Ihr Arzt habe Ihnen ein neues Medikament verordnet und alle werden beten, dass die Geschichte gut ausgeht !

Im Falle der wirkungslosen Antibabypille, können Sie sich ja im Internet einen schönen Namen für Ihren Nachwuchs aussuchen. Ja wirklich, denn diesbezüglich ist das Internet ja tatsächlich ein tolles Informationsmedium.

Was würde die Zukunft bringen ?
Wettbewerb nach rein ökonomischen Gesichtspunkten : 
Ständige Telefonate kosten unnötig Geld und schmälern den Gewinn!
Also weg damit ! Rezepte würden künftig so beliefert wie sie ausgestellt sind! Bedenken ? Ja, aber nur, ob sich die Lieferung noch lohnt,  nicht mehr um Ihre Gesundheit !

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J ) Kontrolle der industriell hergestellten Fertigarzneimittel 

Jede Apotheke in Deutschland kontrolliert jeden Tag stichprobenartig die von der Industrie gelieferten Fertigarzneimittel.
Hierzu werden Packungen geöffnet, Tabletten, Dragees, Kapseln, Ampullen, Zäpfchen, Salben, Säfte und, und, und ...., sorgfältig geprüft. Bei Beanstandungen werden die untersuchten Arzneimittel aus dem Verkauf genommen und gem. eines genau festgelegten Stufenplans die zuständige Behörde und der Hersteller des Arzneimittels verständigt. Die beanstandeten Arzneimittel werden an das Arzneimittel-Prüfinstitut der Apotheker gesandt und dort wird die Beanstandung überprüft.
Sollte sich die Beanstandung bestätigen, so werden innerhalb weniger Stunden alle Apotheken in Deutschland mittels eines genau abgestimmten Meldeplans verständigt und dieses Medikament wird in keiner deutschen Apotheke mehr an einen Patienten abgegeben ! Schneller und sicherer geht´s nicht !
Wenn in rund 22000 deutschen Apotheken auch nur mindestens 2 Fertigarzneimittel täglich überprüft werden, so ergibt dies bereits die gewaltige Anzahl von  44000 überprüften Medikamenten pro Tag, oder mindestens 13 Millionen Medikamente im Jahr. 
Und glauben Sie mir: Es werden wesentlich mehr Arzneimittel geprüft ! 

Jedes Mal wenn Ihr Apotheker / Ihre Apothekerin ein Fertigarzneimittel in die Hand nimmt und es ergibt sich auch nur der kleinste Hinweis auf einen Qualitätsmangel, so wird dieses Medikament sorgfältig überprüft. 
Und diese Kontrollen sind äußerst effektiv: Nahezu alle Beanstandungen und Rücknahmen der der pharmazeutischen Industrie beruhen auf Meldungen der öffentlichen deutschen Apotheken ! Still, leise, ohne Werbegetrommel und - Sie ahnen es - wiederum ohne Bezahlung - erbringen die Apotheken auch diesen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit ihrer Kunden !

Und der Versender ? 

Nehmen wir einmal an,  es würden 5 seriöse Arzneimittelversender von den Krankenkassen als Lieferanten verpflichtet und gehen wir nur von der Minimalzahl der Arzneimittelkontrollen aus:
Jeder Versender müsste täglich ca. 8800 Arzneimittel sorgfältig kontrollieren, um diesen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit für die Patienten zu erbringen ! 
Unmöglich : 
Dafür bräuchte er eine Armee von ausgebildeten Pharmazeuten. Die Kosten würden ihn ruinieren !  
Und nehmen wir einmal an, einer dieser 5  Versender würde trotzdem zufällig ein zu beanstandendes Medikament aufspüren ? Was macht er mit den Medikamenten die schon auf dem Versandweg unterwegs sind ? Den Paketdienst zurückpfeifen ? Versuchen den Patienten telefonisch zu erreichen, damit dieser das Medikament nicht einnimmt ? 
Glauben Sie wirklich ?

Was würde die Zukunft bringen ?
2003 haben öffentliche Apotheken 6300 Arzneimittelrisiken gemeldet, w
enn dieser ebenfalls sehr kostspielige zusätzliche Schutzwall der Arzneimittelsicherheit nicht mehr erbracht werden kann, dann möchte ich an die Folgen gar nicht denken, wenn diese Arzneimittel in Zukunft unkontrolliert zum Patienten gelangen !

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k ) Durchsicht und Rücknahme alter Medikamente

Auch die Überprüfung Ihrer Hausapotheke und die Vernichtung mehr benötigter oder verfallener Medikamente kostet Geld- nicht Ihr Geld, aber das der Apotheke.
Ihre Medikamente müssen auf Ihre Beschaffenheit gemäß genau festgelegter wissenschaftlicher Kriterien kontrolliert werden. Entsprechen Farbe, Bruchfestigkeit, Geruch, Trübungsgrad, Sedimentierung, Ummantelung, und, und , und ...., noch den Vorschriften. Ist eine weitere Einnahme noch zu verantworten ?
Diese Tätigkeiten muss ausgebildetes pharmazeutisches Personal  -und keine "1 Euro"- Aushilfskraft- erledigen. 

Und der Versender ?

Er würde sich kaum freuen, wenn Sie Ihm den "Krempel" künftig per Post "Porto zahlt Empfänger" zurücksenden!

Was würde die Zukunft bringen ?

Zum Beispiel eine kostenpflichtige "Medication-Clean-Up" - Woche in Ihrer Apotheke ? :
"Frühjahrsputz für Ihre Hausapotheke. Für nur Euro 39,90 bringen wir Ihre Hausapotheke auf Vordermann. 
Kontrollieren, Sortieren und Entsorgen, alles zum einmalig günstigen Superpreis "

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l )  Anfertigung individueller Rezepturen

Ein weiteres "Zuschussgeschäft" sind für Ihre Apotheke ist die Anfertigung individueller Rezepturen, die Ihr Arzt speziell für Sie zusammengestellt hat.
In der Regel werden diese Anfertigungen sofort benötigt und das Apothekenpersonal muss andere dringende Arbeiten zurückstellen, um die Arznei möglichst schnell für Sie zuzubereiten.
Kein Mensch kann Arzneimittel billiger herstellen, als die computergesteuerten Maschinenanlagen der pharmazeutischen Hersteller, auch Ihre Apotheke nicht !

Das diese für Sie individuell hergestellten Medikamente trotzdem meist billiger sind als die maschinell hergestellten, liegt daran , dass die Apotheke für die Herstellung dieser Rezepturen eine Bezahlung bekommt, die jedem Handwerker mit Recht die Zornesröte ins Gesicht treiben würde: 
Im Regelfall 2,50 Euro, und selbst bei aufwändigster Herstellung ( sterile Ampullen ) nur 7,00 Euro ! 

Für dieses Geld bekommt Ihre Apotheke nicht einmal eine Putzhilfe, die die benutzten Gerätschaften anschließend wieder hygienisch sauber macht ! 
Dennoch, auch dieser "Service" ist von je her die selbstverständliche Leistung der öffentlichen Apotheke und daher wird auch dieses "Verlustgeschäft" geduldig ertragen.

Und die Versender ? 

Wer - ausser den Apotheken- wäre wohl so bescheuert für diesen lächerlichen Stundenlohn eine pharmazeutische Fachkraft einzusetzen, die ihn selbst ein Mehrfaches kostet ! Von der teuren Geräteausstattung, dem eigenen Labor, den teuren Chemikalien und Rezeptursubstanzen, dem Prüfaufwand für die Ausgangsmaterialien und der vorgeschriebenen schriftlichen Dokumentation der Substanzprüfungen ganz zu schweigen ! 

Was würde die Zukunft bringen ?

Die Apotheken müssten von den Krankenkassen endlich eine aufwandsgerechte Vergütung fordern, wie sie für jeden kaufmännisch geführten Betrieb selbstverständlich ist.
Wenn Sie jedoch persönlich angefertigte Rezepturen nicht mehr unter 75.- Euro bekommen, würden diese aus Kostengründen künftig nicht mehr verordnet werden. Die persönliche Rezeptur-Anfertigung würde verschwinden ! 

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m ) "Verlustgeschäft" Inkontinenz-Versorgung

Ein weiteres Beispiel für nicht kostendeckende Versorgung ist die Lieferung von Pflegehilfsmitteln, z.B. Krankenunterlagen und Windelhosen für altere Patienten die Inkontinenzprobleme haben, oder das Bett nicht mehr verlassen können um eine Toilette aufzusuchen. 
Diese Kartons sind sehr groß und erfordern sehr viel teure Lagerfläche in der Apotheke. Trotzdem werden die Vergütungen  für diese Artikel von den Krankenkassen ständig nach unten gedrückt. 
Mittlerweile werden für diese Hilfsmittel nur noch Preise erstattet, die meist unter den regulären  Apothekeneinkaufspreisen liegen und die Abgabe einer guten Qualität zunehmend unmöglich machen. 
Zudem müssen diese Artikel häufig den Patienten nach Hause geliefert werden, da sich die sperrigen Kartons nicht auf den Fahrrad transportieren lassen und die älteren Patienten nicht immer einen hilfsbereiten Nachbarn finden, der ihnen die Kartons mit dem Auto abholt.

Und die Versender ?

Sperrige, große Kartons stückweise frei Haus liefern, zu enormen Versandkosten ?? 
Höchstens Billig-Massenware aus Billiglohnländern, an denen noch was zu verdienen ist. Die Qualität interessiert dann niemand mehr ! 

Was würde die Zukunft bringen ?

Die schnelle und qualitativ hochwertige Versorgung durch wohnortnahe Apotheken und Sanitätshäuser gibt es dann nicht mehr ! 
Geliefert wird Billigware minderer Qualität - natürlich mit Zertifikat, damit die Krankenkassen zufrieden sind !
Unsere pflegebedürftigen Patienten warten auf die Lieferung, bis die nächste Versandtour in ihre Gegend lohnt !
Wie viel Windelhosen der Patient verbrauchen darf, bestimmt der Versender, denn der wird in Zukunft eine Pauschalvergütung von der Krankenkasse erhalten.


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n ) Ist der Versand über ausländische Internetversender unterm Strich wirklich billiger als der Bezug über die Apotheke ?

Versandhändler versprechen den Krankenkassen eine durchschnittliche Ersparnis in einem eng begrenzten Sortiment von ca. XX % .

Verzicht auf die "Rezeptgebühr"
Um den Patienten den Bezug aus dem Ausland schmackhaft zu machen, wird bisweilen auf die Hälfte der "Rezeptgebühr" verzichtet.
Die "Rezeptgebühr" ist jedoch kein Zubrot für die Apotheken, sondern muss in Deutschland aufgrund der gesetzlichen Vorschrift von den Apotheken kassiert und an die Krankenkassen weitergeleitet werden.
Da sich ein ausländischer Versender - im Gegensatz zu deutschen Apotheken - nicht um deutsches Recht kümmern muss, darf er auf die Rezeptgebühr ( oder Teile davon ) verzichten. Jede deutsche Apotheke würde hierfür streng bestraft ! 

Verzicht auf die 16% Mehrwertsteuer ?
Dass die ausländischen Versender auch auf die 16%ige deutsche Mehrwertsteuer verzichten könnten, erhöht das begehrliche Flackern in den Augen einiger Kassenfunktionäre natürlich noch. 
Aber ob der Finanzminister auf Dauer auf seine Mwst verzichten würde ?

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o )
Können wir aus Erfahrungen in Amerika und England lernen ?

In Amerika ist der Internethandel mit Medikamenten schon weit verbreitet.
In Deutschland haben die Krankenkassen von 92 bis 99 durchschnittliche Ausgabensteigerungen für Arzneimittel von ca. 3 % zu verzeichnen. 
In den USA trotz  - oder gar wegen ? - des Versandhandels 15 % !
Um die Amerikaner vor den gefährlichen Geschäftspraktiken im Internet zu schützen, hat der ehemalige Präsident Clinton für den Haushalt 2001 zehn Millionen Dollar bereitgestellt. Illegale Internetanbieter die keine Niederlassung in den USA haben, werden abgemahnt. Die Zollbehörden sind angehalten deren Lieferungen zu beschlagnahmen. Freilich sind die amerikanischen Zollbehörden mit dieser Aufgabe völlig überfordert: 9700 Postsendungen wurden allein 1999 beschlagnahmt und die Zahl steigt dramatisch an.
Aber zumindest bemüht sich die amerikanische Regierung die Risiken für die Verbraucher zu minimieren: Künftig will man die Internetseiten der Anbieter überprüfen und die -bezogen auf den Homepageinhalt- seriösen Versender mit einer Art Gütesiegel zertifizieren.  

Auch in England gibt es gesetzliche Richtlinien für den Versand von Arzneimitteln. Unter anderem müssen die Besteller wenigstens einen Fragebogen ausfüllen, der eine pharmazeutische Beurteilung ermöglicht.
Schneller und bequemer wird der Arzneibezug dadurch freilich nicht !

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Werden Politik und / oder Krankenkassen den Internetbezug von Arzneimitteln hoffähig machen ?


Die Aufzählung möglicher Nachteile - falls künftig die wohnortnahe Apotheke nur noch als " Lückenbüßer" für schnell benötigte, für den Versand uninteressante Arzneimittel und kostenlose Dienstleistungen gebraucht wird - könnte man noch beliebig weiterführen. 
Doch lassen Sie uns abschließend die politische Seite dieser Thematik betrachten.

Waren sich anfangs alle Beteiligten im Gesundheitswesen unisono einig, dass die Risiken des Arzneimittelversands per Auslandsversand die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und ethischen Arzneimittelversorgung gefährden würde, so mehren sich die Entscheidungsträger, die laut darüber nachdenken, wie sich wohl  noch zusätzlich der eine oder andere Euro sparen ließe ?

Konsequenzen  

Wenn man sich entschließt diesen Weg zu gehen, dann sollte man auch den Mut haben die Wähler bzw. die eigenen Versicherten über die möglichen Konsequenzen zu informieren !
Unabdingbare Voraussetzung für einen "freien Wettbewerb" ist, dass von ausländischen Internetversender die gleichen Sicherheitsstandards, Dienstleistungen und Kontrollen gefordert werden wie von den öffentlichen Apotheken ! 

Wenn man dies nicht kann oder will - da sich sonst keine Einsparmöglichkeiten mehr ergeben würden - dann muss man so konsequent sein und die einseitigen gesetzlichen Regelungen und Auflagen künftig auch für die öffentlichen Apotheken aufheben !
Es geht nicht an, die unentgeltlich zu erbringenden Qualitätsanforderungen an die öffentlichen Apotheken immer höher zu schrauben, und bei den Versendern selbst auf minimalsten Verbraucherschutz zu verzichten, da man ja da nichts tun könne !
Wenn schon Preiswettbewerb, dann bitte unter gleichen und fairen Bedingungen für alle Beteiligten. 

Dann bitte aber auch Aufklärung der Versicherten über die unausbleiblichen Konsequenzen !

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Wettbewerb ausschließlich über den Preis ? 

Wenn Politik und Krankenkassen einen Wettbewerb ausschließlich über den Preis - unter Verzicht auf Sicherheit und Qualität - wollen, dann bitte sehr !
Schafft gleiche Rahmenbedingungen für Internetversender und öffentliche Apotheken, dann können sich die Apotheken dem Wettbewerb stellen !
Schafft die Nachteile für die öffentliche Apotheke ab und ermöglicht den Apotheken den Einsatz der gleichen markwirtschaftlichen Instrumente, wie sie für jeden anderen Kaufmann selbstverständlich sind, dann können wir "mitmischen".

Mit den bereits vorhandenen flächendeckenden Apothekennetz und den bewährten Versorgungs- und Lieferstrukturen könnten die Apotheken  konkurrenzlos schnell und konkurrenzlos sorgfältig liefern, und 
- bei den gesetzlich vorgeschriebenen Verdienstspannen  J  - vermutlich zu Preisen, die jeden "Start-Up" -Versender auf längere Sicht in den Ruin treiben würden !

Der Patient und Verbraucher wird dabei leider auf der Strecke bleiben, er wird einen hohen Preis für einen anfangs kurzfristigen Vorteil bezahlen. Und in Folge werden sich Politiker und Krankenkassenfunktionäre gegenüber ihren Wählern und Versicherten für ihre Entscheidungen zu rechtfertigen haben.
Wenn Politik und Krankenkassen diesen Weg künftig gehen wollen, dann sollen sie endlich Farbe bekennen und den Bürgern mitteilen,  wie viel Arzneimittelsicherheit ( Verbraucherschutz) sie künftig noch für notwendig halten und was die Sicherheit kosten darf !  

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Kann man den Arzneiversand übers Internet überhaupt noch kontrollieren ?  

Die "schwarzen Schafe" unter den Internetversendern wird keine Regierung der Welt und erst recht keine Krankenkasse auf den rechten Weg einer sicheren Arzneimittelversorgung  zurückführen können. Sie werden weiterhin ihre dubiosen Geschäfte abwickeln, und es wird weiterhin Besteller geben die die aufgezeigten Risiken auf sich nehmen. Hier hilft lediglich durch verstärkte Information den Kreis der "Roulettespieler" möglichst klein zu halten.
Die seriösen Versender werden jedoch zu beweisen haben, wie ernst sie es mit einer sicheren Arzneimittelversorgung meinen. 

Zur Zeit beschränken sich manche Vertreter aus Politik und Krankenkassen leider lediglich auf konfuse Statements: 
Man könne sich der Entwicklung nicht mehr entgegenstellen.
Die Verbraucher würden diesen Weg des Arzneimittelbezugs fordern. 
Man müsse die enormen Sparmöglichkeiten dieses Vertriebsweges nutzen !

Vorschläge oder gar Forderungen an einen sicheren Arzneimittelversand sind sehr spärlich. 
Ja, nicht einmal seriöse Berechnungen zu den angeblich enormen Sparmöglichkeiten werden vorgelegt.

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Ein gemeinsames Europa der minimalen Verbraucherrechte ? 

Es muss endlich aufhören, dass bewährte nationale Verbraucherschutzbestimmungen auf dem europäischen Altar zugunsten von gemeinsamen Minimalstandards geopfert werden. 
Damit haben wir uns schon genug Probleme eingehandelt: minimale Umweltschutzstandards, Lebensmittelinhaltsstoffe und deren Deklaration, Währungsstabilität, Maul- und Klauenseuche, BSE und ganz aktuell mit krebserregendem Sudan1 vermischte Lebensmittel, exportiert  in 15 Länder !

Opfern wir als Nächstes die Sicherheit unserer Arzneimittelversorgung ?
Die Apotheken wollen diese Entwicklung nicht, es wäre wesentlich vernünftiger durch einheitliche Mehrwertsteuersätze und Verbraucherschutzbestimmungen in ganz Europa für annähernd einheitliche Bedingungen auf dem Arzneimittelmarkt zu sorgen.
Dann würde man sich endlich einem einheitlichen Arzneimittelpreis annähern und man könnte auf riskante Versorgungsexperimente zu Lasten der Bürger problemlos verzichten !

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Gemeinsamer Internetauftritt der Apotheken. 

Seit der Freigabe des Versandhandels bieten auch die öffentlichen Apotheken verstärkt Bestellmöglichkeiten für Arzneimittel im Internet an. 

Damit der Kunde auf die Seriosität der Angebote vertrauen kann, ist all dies unter einem gemeinsamen Dach und unter Kontrolle der Apothekerkammern im Web zu finden.( www.aponet.de )
Jeder Kunde kann in diesem gemeinsamen virtuellen "Apothekenhaus" seine nächstgelegene und vertraute Apotheke wieder finden und mit ihr in Kontakt treten .
Zahlreiche öffentliche Apotheken - die dem strengen deutschen Arzneimittelrecht unterliegen - bieten im Internet ebenfalls  Versandmöglichkeiten an.

Im sicherheitsrelevanten Bereich der Arzneimittel wird es jedoch mit den öffentlichen Apotheken auch künftig keine riskanten Experimente geben. 
Es wird zwar zunehmend möglich sein Arzneimittel per Internet in der Apotheke des Vertrauens vorzubestellen, die Aushändigung sollte jedoch vorwiegend in den Apothekenräumen oder im Falle einer nötigen Zustellung durch qualifiziertes Fachpersonal der Apotheke - mit persönlicher Beratungsmöglichkeit- erfolgen.

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