Apo A -transp

„Die Kassenpille“
Info zu den Arzneimittel-Rabattverträgen zwischen Krankenkassen  und Pharmaherstellern nach §129/ 130 SGB V

Eine Kundeninformation der Alte Apotheke Eichendorf
Apotheker Dieter Drinhaus

94428 Eichendorf , Oberanger 6
Tel. 09952 – 90077

Stand  01.04.08 / 01.01.11

 

Weshalb Sie seit  01.04.07

- oft Medikamente anderer Hersteller bekommen
- nicht auf ihr gewohntes Medikament aufzahlen dürfen

- in der Apotheke häufig länger warten müssen

 

 

 

 

 

Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Pharmaherstellern

Seit 1.April 2007 gilt eine neue Gesundheitsreform (GKV-WSG)

Zahlreiche Krankenkassen haben seitdem verstärkt mit Arzneimittelherstellern Rabatte auf Arzneimittelpreise ausgehandelt. Das bedeutet, für jedes 
abgegebene „Rabattarzneimittel“ zahlt der Arzneimittelhersteller einen Rabatt an Ihre Krankenkasse.

Wer bestimmt welches Fertigarzneimittel Sie erhalten ?

Das Rabattarzneimittel enthält immer den gleichen Wirkstoff wie ihr bisheriges Medikament. Auch die Wirkstoffmenge ist identisch. Lediglich der 
Hersteller des Medikamentes ist ein anderer! Die Hersteller ihres Austauschmedikamentes bestimmen die Rabattverträge Ihrer Krankenkasse. 
Es kommt also vor, dass ein Versicherter der Kasse „X“ das Medikament eines anderen Herstellers erhält, als  ein Versicherter der Kasse „Y“ , 
obwohl der Arzt beiden Patienten das gleiche Medikament verschrieben hat.

 

     Beim Arzt :   

Darf mein Arzt mir mein gewohntes Medikament noch verschreiben ?

Ihr Arzt soll Ihnen bevorzugt die Rabattarzneimittel Ihrer Krankenkasse verschreiben. Verordnet Ihr Arzt Ihnen weiterhin Ihr gewohntes Medikament 
und verbietet der Apotheke den Austausch, so läuft er Gefahr einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen zu werden !

    In der Apotheke :   

Weshalb darf mir meine Apotheke mein gewohntes Medikament nicht mehr geben ?


Existiert zu Ihrem bisherigen Medikament ein wirkstoffgleiches Rabattarzneimittel, so muss die Apotheke dieses bevorzugt abgeben, wenn der Arzt 
den Austausch nicht ausdrücklich verboten hat!

  


Ich würde gern aufzahlen, wenn mir die Apotheke mein bisheriges Medikament gibt!


Kaum zu glauben, aber es ist der Apotheke verboten Ihnen diesen Wunsch zu erfüllen!

Bitte drängen Sie Ihre Apotheke nicht Ihnen Ihr bisheriges Medikament gegen Aufzahlung zu geben -
sie darf es nicht !
Sie könnte es auch gar nicht, da uns die Rabatte die der Hersteller Ihrer Kasse gewährt,  nicht bekannt sind! Wir kennen also den 
Arzneimittelpreis gar nicht, den Ihre Kasse nach Abzug des Rabatts noch an den Hersteller bezahlt! Daher wäre es auch gar nicht 
möglich die Preisdifferenz zu Ihrem bisherigen Medikament zu berechnen!

 

Würde Ihnen die Apotheke Ihr gewohntes Medikament trotzdem geben, so würde sie sich in mehrfacher Hinsicht strafbar machen :

-       Verstoß gegen die Apothekenbetriebsordnung

-       Betrug am Hersteller des Rabattarzneimittels, denn dieser muss den Rabatt an die Kasse bezahlen, obwohl sein Arzneimittel gar nicht 
abgegeben wurde!

-       Gefährdung Ihrer Sicherheit!
Wird ein Arzneimittel abgegeben, welches nicht auf dem Rezept eingetragen wurde, so ist es nicht mehr möglich bei Arzneimittelrückrufen 
festzustellen, ob Sie das betroffene Arzneimittel erhalten haben !  

-       Verstoß gegen die Arzneimittellieferverträge !
Wird ein Arzneimittel abgerechnet, welches gar nicht abgegeben wurde , so kann die Apotheke von der Krankenkasse für weitere Lieferungen 
gesperrt werden. Zudem droht eine Geldstrafe in Höhe von 25.000.- Euro !

-       Verstoß gegen das Sozialgesetz !
Die Apotheke darf Ihnen nicht ihr bisheriges Arzneimittel anbieten und dafür eine willkürlich festgelegte Aufzahlung zu verlangen !

 

Ich habe Probleme mit meinem neuen Rabattarznei, darf mir die Apotheke dann mein bisheriges Medikament wieder geben ?

Das Rabattarzneimittel enthält zwar den gleichen Wirkstoff und die gleiche Wirkstärke wie Ihr bisheriges Medikament. 
Dennoch kann es Unterschiede geben :


- anderes Packungsaussehen
- anderer Name
- andere Tablettenfarbe (Verwechsungsgefahr, Allergie gegen Farbstoffe)
- andere Konservierungsstoffe (Allergie gegen Konservierungsstoffe)
- anderer Alkoholgehalt (z.B. Problem bei Lebererkrankungen)
- größere Tabletten, daher schlechter zu schlucken
- nicht mehr teilbar
- nicht mehr mörserbar oder suspendierbar ( Sondenpatienten oder Schluckprobleme )
- andere Wirkstofffreisetzung
- andere Anwendungsform (Dosiersysteme, Asthmasprays, Applikationsprobleme)

Erster Ansprechpartner war und ist bei diesen Problemen Ihr Arzt, der der Apotheke den Austausch Ihres Arzneimittels gegen die Rabattarznei aus 
medizinischen Gründen untersagen darf (aut idem Kreuz).

Die Apotheker kennen diese Probleme, daher haben wir seit Beginn der Rabattverträge um erforderliche Nachbesserungen gekämpft.


Nach Jan.2011 wurden diese Probleme auch von den Krankenkassen erkannt :
Bei „pharmazeutischen Bedenken“ darf Ihnen nun auch Ihre Apotheke in begründeten Einzelfällen helfen und seit Jan.2011 haben Sie 
die Möglichkeit Ihr bisheriges, wirkstoffgleiches Medikament zunächst selbst zu bezahlen und sich die Kosten teilweise von Ihrer Krankenkasse 
zurück erstatten zu lassen.



Weshalb dauert die Einlösung meines Rezeptes jetzt so lange ?

Bei der Belieferung eines Rezeptes sind zahlreiche Prüfungen durchzuführen, die wichtig sind und Ihrer Sicherheit dienen (Wechselwirkungen, 
Unverträglichkeiten, Gegenanzeigen). Dies wird seit vielen Jahren gemacht und das machen wir gern!

Aber mittlerweile müssen wir Ihre Rezepte überwiegend auf die Einhaltung unzähliger bürokratischer Vorschriften prüfen. Diese Bürokratie wurde 
durch die Austauschverpflichtung gegen Rabattarzneien nochmals enorm erweitert.

Es darf nicht sein, dass Arzt und Apotheke sich mehr um die Bürokratie kümmern müssen, als um die Gesundheit der Patienten !  
Es bleibt also noch viel zu tun! 
Wir werden uns daher auch weiterhin für Ihre Interessen einsetzen!

Wo kann ich mich beschweren ?

 

Bitte nicht in der Apotheke oder bei Ihrem Arzt ! Beide müssen nur ausführen, was beschlossen wurde ! Falls Ihre Krankenkasse Wert auf eine 

schnelle, hochwertige Versorgung ihrer Versicherten legt, wird sie dankbar sein, wenn Sie ihr über Probleme berichten.

 

Ihre Ansprechpartner :


Ihre Krankenkasse :

Falls Sie die Adresse nicht wissen, wir helfen Ihnen gern.

Bundesministerium für Gesundheit

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Friedrichstr. 108-110

10117 Berlin - Telefon (03018) 441-0
Fax: 01888-441-490-0

E-Mail: info@bmg.bund.de

Apo A -transp