Sorry, hier steht natürlich nichts über Sie, oder über die Krankheiten Ihres Nachbarn- auch wenn das vielleicht manchen  interessieren würde!? 
Ihre Apotheke ist verschwiegen wie ein Grab, hierfür haben wir einen eigenen Datenschutzbeauftragten, das ist rechtlich so vorgeschrieben und das ist auch gut so !
Hier finden Sie vielmehr einige Tipps für Sie, damit wir Sie immer schnell und zufriedenstellend bedienen können:

 


1. Warten Sie nicht mit der Besorgung Ihrer Dauermedikamente bis Sie die letzte Tablette verbraucht haben !

Natürlich bemühen wir uns, alle häufig nachgefragten Arzneimittel an Lager zu haben. Aber leider sind unsere Bemühungen immer öfter zum Scheitern verurteilt. 
Die Zahl der Arzneimittel wächst täglich und hat inzwischen eine nahezu unübersehbare Anzahl erreicht.
Das liegt nicht nur daran, dass es so viele unterschiedliche Medikamente gibt, nein, von ein und demselben Wirkstoff sind oft über Hundert verschiedene Packungen im Handel.

Da gibt es ein und denselben  Wirkstoff XY zum Beispiel :

In X verschiedene Packungsgrößen :
z.B. 5, 7, 10, 20, 50, 100, 120, 200, 14, 28, 56, 21, 63 Stück, und, und, und . . . .

In X verschiedene Darreichungsformen : 
z.B.  Tabl., Filmtabl., Brausetabl., Dragees, Kapseln, Pulver, Granulat, Zäpfchen, Ampullen, und, und, und . . .
  
In X verschiedenen Wirkstoffstärken :
z.B.  25, 50, 75, 100, 125, 150, 175, 200 mcg, und, und, und . . . .

Von X verschiedenen Firmen als Generikum (Nachahmerpräparat) : 
Sobald der Patentschutz eines Originalpräparates ausläuft, dürfen andere Firmen dieses Medikament "nachbauen" und auch unter anderem Namen in den Handel bringen. Da die Nachahmerfirmen keine  Forschungs- und Entwicklungskosten mehr aufwenden müssen, können die "Nachahmer-Präparate" natürlich wesentlich billiger als das Original angeboten werden.

Von X verschiedenen Importfirmen als 
Reimport : In Deutschland hergestellt, im Ausland billiger eingekauft und wieder nach Deutschland importiert
Import : Im Ausland mit billigen Arbeitskräften hergestellt und nach Deutschland eingeführt 


Durch den Sparzwang sind die Ärzte zudem gezwungen, Ihr gewohntes Arzneimittel ständig gegen ein noch billigeres Medikament auszutauschen. 
Wurde Ihnen gestern noch das Präparat X verschrieben, so bekommen Sie morgen vielleicht schon das wirkstoffgleiche -aber billigere- Medikament Y.


All dies führt dazu, dass Ihre Apotheke diesen Wettlauf um eine gute Lagerhaltung niemals gewinnen kann :
Kaum haben wir ein neu verordnetes Medikament auf Lager genommen, schon wird es nicht mehr verordnet, weil es ein billigeres "Nachahmerpräparat" oder Importarzneimittel gibt. Und da es für die Apotheke kein Ausverkauf von rezeptpflichtigen Ladenhütern zum Sonderpreis erlaubt ist - und das ist gut so - müssen wir jährlich Arzneimittel im Wert von einigen Tausend Euro als Sondermüll vernichten. Die Kosten hierfür trägt natürlich die Apotheke selbst! Angesichts der existenzgefährdend niedrigen Erträge die uns der Gesetzgeber seit 2004 noch zugesteht, können wir uns dieses leider nicht mehr leisten. 

Und weil es der Gesetzgeber seinen Apothekerinnen und Apothekern trotz eines schwierigen Universitätsstudiums offenbar nicht zutraut aus der Unzahl der wirkstoffgleichen Arzneimittel für Sie ein qualitativ hochwertiges und gleichwohl preisgünstiges Medikament auszuwählen, muss Ihnen Ihre Apotheke genau das verordnete Medikament XY der Firma Z besorgen, und Sie müssen Ihre Apotheke erneut aufsuchen, um es abzuholen. In dringenden Fällen wird es ihnen natürlich auch geliefert, aber auch das kostet die Apotheke viel Geld.


Und obwohl dieser Teil des "Medikamenten-Müllbergs" weder von uns - noch von den Patienten - verursacht wurde, und die Krankenkassen auch keinen müden Euro gekostet hat, wird auch dieser Müllberg uns - und Ihnen - dann anschließend von Politik, Krankenkassen und einigen "Gesundheitsexeperten" wieder als unnötige Medikamentenverschwendung vorgeworfen, und dient erneut als willkommene Begründung für weitere Spargesetze!
 
2. Bestellen Sie Ihre Arzneimittel nicht erst am Freitagnachmittag oder gar am Samstagvormittag ! 

Die Apotheke ist in der Arzneimittelbelieferung von Arzneimittelherstellern, Großhändlern und Transportunternehmen abhängig.
Selbst wenn wir am Wochenende für Sie notdienstbereit sind, hilft uns das wenig, wenn ein Arzneimittelhersteller schon ab Freitagmittag nicht mehr liefert, weil sein Personal schon ins Wochenende entfleucht ist ! 
Das gleiche gilt natürlich vor auch Feiertagen ! Also, gehen Sie bitte nicht erst am letzten Tag zu Ihrem Arzt !     
Während der Woche ist es dagegen kein Problem Ihr benötigtes Medikament innerhalb weniger Stunden zu besorgen !

3. Nutzen Sie die Möglichkeit der Vorbestellung !

Selbst wenn Sie Ihr Rezept noch nicht haben, nutzen Sie die Möglichkeit Ihr Medikament telefonisch oder per Fax in der Apotheke vorzubestellen.
Mit der Möglichkeit der Vorbestellung gehen Sie bei dringend benötigten Medikamenten auf Nummer sicher ! 
Wenn Sie anschließend mit dem Rezept in die Apotheke kommen, liegt Ihr Medikament schon für Sie reserviert bereit ! 


4. Nennen Sie nach Möglichkeit bei Ihrer Vorbestellung die  PharmaZentralNummer  ( PZN ) 


Da es von den meisten Medikamenten - wie unter Punkt1 bereits erwähnt - eine Vielzahl verschiedener Packung geben kann, hilft es meist wenig wenn uns eine Vorbestellung der Art " ich brauche heute Nachmittag meine grünen XY Tabletten " erreicht und sich dann bei der Abholung herausstellt, dass es sich um eine andere Stärke, eine andere Packungsgröße, einen anderen Hersteller, oder nicht um Tabletten sondern um Dragees handelt !
Zugegeben: die verschiedenen Angaben (irgendwo auf der Packung versteckt) kann sich ein Nichtfachmann auch kaum merken.
Aber es gibt Abhilfe:
Jedes Arzneimittel in Deutschland trägt eine eindeutige, unverwechselbare und genau für diese Packung vergebene siebenstellige Nummer, die sogenannte PZN. In dieser Nummer ist alles enthalten, was wir wissen müssen : der Name, die Darreichungsform, die Stärke, die Stückzahl, der Hersteller oder Importeur.

Ersparen Sie sich unnötige Probleme und nennen Sie uns die eindeutige PZN, dann kann wirklich nichts mehr schief gehen !
Sie finden die PZN ( bisweilen auch als PHZ bezeichnet ) meist unter dem Strichcode auf Ihrer Arzneimittelpackung.
Die PZN ist immer siebenstellig und kann daher nicht mit einer eventuell ebenfalls dort aufgedruckten, viel längeren  EAN- Nummer ( die Sie aus dem Supermarkt kennen ) verwechselt werden ! 

5. Informieren Sie sich, wann die Praxis Ihres Arztes /Ihrer Ärztin wegen Fortbildung /Urlaub geschlossen ist !

Wenn Ihr Medikament verbraucht ist, ist es besonders ärgerlich, wenn Sie für eine Nachverordnung eine Urlaubsvertretung oder gar den Notdienst aufsuchen müssen ! Zudem wird Ihnen die Vertretung Ihres Arztes / Ihrer Ärztin aushilfsweise nur eine kleine Packung Ihres Medikamentes verordnen können ! 
Dies hat zur Folge, dass Sie statt der gewohnten 100er Packung Ihres Dauermedikamentes vermutlich nur eine 20er Packung verordnet bekommen und die Mindestzuzahlung für jede Packung 5 Euro beträgt  zahlen Sie auch finanziell drauf
Außerdem kann es sein, dass von Ihrem Dauermedikament die kleine Packung in der Apotheke gar nicht vorrätig ist und erst bestellt werden muss !
Ersparen Sie sich also unnötige Wege und Kosten und erkundigen Sie sich rechtzeitig, wann Ihre Arztpraxis geschlossen ist, damit Sie für diese Zeit ausreichend Medikamente zur Verfügung haben.

 

6. Heimkehr aus dem Krankenhaus am Samstagvormittag oder vor Feiertagen !

Natürlich freuen wir uns mit Ihnen, wenn Sie rechtzeitig vor dem Wochenende oder vor Feiertagen aus dem Krankenhaus entlassen werden, bei der Besorgung Ihrer im Krankenhaus erhaltenen Medikamente ergeben sich aber gerade an solchen Tagen häufig Probleme !
Arzneimittelhersteller stellen den Krankenhäusern häufig teuere Originalpräparate  kostenlos oder für einen Bruchteil des normalen Preises zur Verfügung. Diese "teueren" Medikamente dürfen aber von den frei praktizierenden Ärzten aus Kostengründen nur sehr selten verordnet werden, was zur Folge hat, dass Ihre Apotheke diese Medikamente häufig auch nicht an Lager hat.
Da es am Wochenende Ihrer Apotheke leider nicht möglich ist diese Medikamente in der gewohnten Schnelligkeit zu besorgen, entstehen in solchen Situationen häufig große Probleme.
Bitten Sie daher Ihren Stationsarzt Ihnen die im Krankenhaus verabreichten Medikamente in einer Menge mitzugeben, die bis zum nächsten Werktag ausreicht, dann sind Sie auf der sicheren Seite !


7. Eine Hausapotheke sollte in jedem Haushalt sein !

Eine gut sortierte Hausapotheke sollte in jedem Haushalt - besonders mit Kindern oder älteren Familienmitgliedern - vorhanden sein !
In der Regel braucht man immer dann eine Kopfschmerztablette oder eine Wundsalbe, wenn keine Arztpraxis oder Apotheke geöffnet hat : spät abends oder am Wochenende ! 
Eine gut sortierte Hausapotheke hilft Ihnen in diesen Fällen unnötige Wege und Kosten zu vermeiden.
Bei der sinnvollen Bestückung Ihrer Hausapotheke und bei der Überprüfung des Inhalts sind wir Ihnen natürlich gern behilflich !

8. Ihre Zuckerteststreifen oder die Inkontinenzversorgung für einen zu pflegenden Angehörigen sind Ihnen ausgegangen und Sie haben noch kein neues Rezept ?

Natürlich würde Ihnen Ihre Apotheke vorort auch in diesen Fällen gerne helfen. Aber leider gibt es gerade bei solchen Verordnungen immer öfter Probleme.
Obwohl es Ihnen gesetzlich grundsätzlich freisteht selbst zu entscheiden, wo Sie Ihr Rezept einlösen wollen, berichten uns zunehmend Patienten, dass ihnen ihr Rezept gar nicht mehr persönlich ausgehändigt wird. Es wird einbehalten und an einen Versender XY weitergeleitet, der Ihnen Ihre Teststreifen, dann per Post oder Lieferservice zustellt. 
Als Begründung wir häufig genannt, dass Sie für diese Verordnungen die Rezeptgebühr sparen, oder dass der Lieferant XY wesentlich billiger ist als die "teure" Apotheke. Das ist natürlich beides Unsinn:

1.) Zahlen Sie natürlich auch in der Apotheke für diese Verordnungen keine Rezeptgebühr , und
2.) Werden die Preise für diese Artikel zwischen Ihrer Krankenkasse und den Apothekerverbänden ständig neu vereinbart. Und glauben Sie uns, diese Erstattungspreise der Kassen werden ständig niedriger festgesetzt, so niedrig, dass wir in vielen Fällen schon draufzahlen, wenn wir Ihnen eine vernünftige Qualität liefern wollen !
Und es ist absehbar, dass in Zukunft diese Rezepte direkt an einen Discount-Versender geleitet werden, der Sie dann für eine "Kopfpauschale" beliefern wird. Welche Qualität und welche Menge der "Discounter" Ihnen für die Pauschalzahlung liefert, wird er dann selbst entscheiden !

Wenn Ihnen Ihr Rezept nicht mehr ausgehändigt wird, haben Sie ein Problem:
1.) bekommen Sie Ihre Zustellung vermutlich nicht mehr rechtzeitig und 
2.) Können Sie die zugestellte Packung natürlich nicht an Ihre Apotheke zurückgeben, damit Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Wie schon erwähnt, ohne Ihr Einverständnis darf niemand Ihr Rezept einbehalten, nur Sie entscheiden wo Sie Ihr Rezept einlösen ! NOCH  haben Sie Rechte als Patient, bestehen Sie darauf !


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